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Schmerz und Schönheit | Galerie anschauen

Szenen einer Werkstatt
In der Schloßbauhütte in Berlin-Spandau rekonstruieren, restaurieren und reparieren, kopieren, konservieren und kurieren Steinmetze und Steinbildhauer aus ganz Deutschland die bildnerischen Überreste des zerstörten Berliner Schloßes.

Die Götter, Halbgötter, Famen, Genien, Putten, Adler warten geduldig auf ihre Heilung. Es scheint, als ob sie noch in ihrem grauen Schmerz verharren, oder, bereits in neuer Schönheit erstrahlend, heiter über Vergangenes und Künftiges plaudern.

Verwundung, Verwüstung, Vergewaltigung, ihnen durch Zeitläufte, Krieg und mutwillige Zerstörung zugefügt, wird hier durch Hingabe, Handwerk, Kenntnis und Können getilgt, Schmerz wird wieder Schönheit.

«Wie ein Blitz traf mich diese Steinwüste:
Brutale Zerstörung, Verwüstung, Vergewaltigung - Krieg!
Zugleich zarteste Fürsorge, sorgsame Bewahrung, Behandlung, Heilung - Lazarett!
Das menschliche Drama von Zerstörung und Wiedergutmachung durch die Jahrhunderte - und wieder aktuell.»

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Papua | Galerie anschauen

Das Land
Papua-Neuguinea, „am anderen Ende der Welt“, nördlich von Australien, ist die drittgrößte Inselrepublik der Erde, mit unzähligen Inseltrabanten, mit Namen wie Bismarck Sea, New Hannover, New Mecklenburg, die von kolonialen Zeiten zeugen. Die etwa sieben Millionen Einwohner sind überwiegend Christen in einer parlamentarischen Monarchie mit Queen Elizabeth II als Staatsoberhaupt. In den nahezu 800 Stämmen leben animistische Traditionen und christliche Rituale selbstverständlich nebeneinander. Die Amtssprachen sind Englisch und Pidgin. Da es fast 800 eigenständige Sprachen gibt – das ist etwas ein Fünftel der Weltsprachen - , sorgt die Kunstsprache „wan tok“ (one talk) mit englischen und melanesischen Wörtern und deutscher Umschrift dafür, dass die Menschen sich untereinander verständigen können.

Die Feste
Sing Sings sind rituelle Feste, ursprünglich dem Totenkult gewidmet, mit Gesängen und Tänzen im traditionellen Körperschmuck.

Beim zentralen Sing Sing in Goroka treffen sich im Hochland von Papua-Neuguinea regelmäßig Vertreter nahezu aller Stämme, traditionell bemalt und geschmückt, zu einer prächtigen Parade. Die Regierung hat dieses Treffen vor vielen Jahrzehnten initiiert, um den Zusammenhalt zwischen den weit verstreut lebenden Bewohnern des Landes zu stärken. Gäste sind bei diesem Fest durchaus willkommen.

Das Sing Sing auf Mapua war dagegen von ganz intimer Art: Mapua gehört zu den winzigen Tabar- Inseln, die im Einzugsgebiet von New Ireland liegen. Nur durch einheimische Fürsprache gelang der Zugang. Das Totenfest galt drei verstorbenen Chiefs des dort ansässigen Clans und wurde ausschließlich von den Familien der Toten begangen. Nach der rituellen Schweinezeremonie folgten Ansprachen und Gebete, ausdrucksstarke Tänze und Gesänge und, als Höhepunkt, die Initiation eines neuen Chiefs.

Papua | Galerie anschauen

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Malanggan | Galerie anschauen

Malanggan-Kultur
Auf unseren Reisen durch Papua-Neuguinea begegneten wir auf Neu Irland der Malanggan-Kunst, durch die Neu Irland - früher Neu Mecklenburg - berühmt geworden ist. Unter „Malanggan“ versteht man einerseits die umfangreichen Riten, andererseits die traditionelle Kunst dieser Region. Beides ist unentbehrlich bei Initiationsfesten, aber vor allem bei Totengedenkfeiern, die zur Erinnerung an Verstorbene durchgeführt werden.

Kunst- und Kultwerke – Die Schnitzer
Das Beerdigungsritual findet in einem bis vier Jahren nach dem Tod des Betroffenen statt. Für jeden Toten wird eine Holzplastik geschnitzt. Es sind farbig bemalte Figuren, Friese und insbesondere Masken mit menschlichen und Tiermotiven, vor allem Vögeln, Fischen oder Eidechsen. In der Regel geben Clanälteste die Schnitzereien bei Spezialisten in Auftrag und bezahlen sie.

Die Fertigstellung, die oft Monate dauert, ist mit Tabus belegt und erfolgt in abgetrennten Bereichen, zu denen nur der Schnitzer und seine Auftraggeber Zutritt hat. Welche Typen von Figuren anlässlich von Beerdigungszeremonien geschnitzt werden, ist durch Schnitzerrechte geregelt und wird durch männlichen Geheimbünde überwacht. In der Malanggan-Kultur werden Ahnen übrigens nicht nach Geschlechtern klassifiziert, sie sind hybride Androgyne. Deshalb werden die Figuren gleichzeitig mit primären Geschlechtsmerkmalen von Mann und Frau geschnitzt.

Mit der Zeremonie geht der Spirit des Verstorbenen in die Figur über. Damit ist der Verstorbene nun Ahne in der Figur. Die Trauerphase der Angehörigen ist mit der Gedenkfeier beendet, und danach werden die Schnitzereien traditionsgemäß dem Meer oder dem Busch übergeben oder auch verbrannt. Es ist gegen das Tabu, sie an Händler zu verkaufen. Da es aber nur noch wenige Schnitzer gibt, werden inzwischen Kultgegenstände, die nicht in einer Zeremonie transzendiert wurden, in Museen im Land und auch außer Landes oder auch privat aufbewahrt.

Wir konnten zwei der ältesten und berühmtesten Schnitzer treffen: Ben Sisia auf Neu Irland, und Edward Salle auf den Tabar-Inseln, beide 82jährig.

Malanggan | Galerie anschauen

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Marokko – Impressionen aus Farben und Formen | Galerie anschauen

Die Legende
Nach einem anstrengenden Kampf soll der Titan Atlas hier mit dem Kopf am Atlantik und den Füßen am Mittelmeer eingeschlafen sein. Er fühlte sich auf marokkanischem Boden so wohl, dass er blieb und zu der großartigen Bergkette wurde, die seinen Namen trägt – von Süd nach Nord: Antiatlas, Hoher Atlas, Mittlerer Atlas und Rif.

Die Steine
In mehr als 500 Millionen von Jahren haben Gesteinsbewegungen, Wind und Wasser, Eis und Hitze atemberaubende Formationen auf den heutigen Gebiet von Marokko hervorgebracht - archaische Flußlandschaften, riesige Schutthalden durch Auffaltungen, versteinerte Schlammablagerungen – bestehend aus Granit, Kalkstein, Quarz, Vulkangestein, Schiefer und Fossilien in ehemaligen Korallenriffen.

Die Fotos
Diese natürlichen Formationen bieten, in Ausschnitten und in Farbe oder auch Schwarz Weiß in ihrer Schönheit überraschende Strukturen - opulent und karg, archaisch und raffiniert, in zarten bis kraftvollen Tönungen.

Marokko | Galerie anschauen